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Johann Kaulard (d´r Isaak´s) und seine Werke

Die Richtstätte im Amt Monschau „Am Gericht“

 

Johann Kaulard (d´r Isaak´s) und seine Werke

von Jürgen Heiler

Johann Kaulard (d´r Isaak´s) – der Namenszusatz weist auf den Hausnamen seines Hauses an der Breitestrasse 14 und die Familie seiner Großmutter Maria Agnes Isaac hin - war einer der markanten Bewohner Eicherscheids. Er wurde am 21.03.1870 in Hammer geboren, heiratete am 10.05.1904 in Höfen die Elisabeth Förster und starb am 13.09.1945 in Eicherscheid. Die Eheleute Kaulard hatten 11 Kinder, von denen 4 das Erwachsenenalter erreichten. Sie wohnten im alten Isaaks' Haus.

Seine Vorfahren waren:

  1. Johann Kaulard, *1870 in Hammer

  2. Johann Arnold Kaulard, *1827 in Eicherscheid             
  3. Anna Maria Kaulard , *1844 in Hammer

  4. Jacob Kaulard, *1782 in Hammer
  5. Maria Agnes Isaac, *1786 in Eicherscheid                    
  6. Johann Quirin Kaulard, *1804 in Hammer         
  7. Anna Margaretha Gerards, *1816 in Kesternich

  8. Johann Arnold Kaulard, *1741 in Hammer
  9. Anna Katharina Küpper, *1751 in Eicherscheid
10. Johannes Isaac, *1752 in Eicherscheid
11. Johanna Müllenmeister, *1758 in Konzen
12. Quirin Kaulard, *1772 in Eicherscheid                          
13. Anna Gertrud Kallenberg, *1773 in Eicherscheid
14. Gerhard Gerards, *1769 in Kesternich
15. Katharina Bongard, *1775 in Rurberg

16. Merten Kaulard
17. Katharina Offermann
18. Jakob Küpper
19. Anna Maria Nießen
20. Merten Isaac, *1690 in Eicherscheid
21. Anna Hubertz
22. Gerard Muellenmeister, *1712 in Konzen
23. Maria Agnes Lennartz, *1731 in Konzen
24. Martin Kaulard
25. Maria Breuer
26. Johannes Callenberg
27. Gertrud Clahsen
28. Peter Gerards
29. Katharina Braun
30. Hubert Bongard
31. Agnes Offermann

44. Matthias Müllenmeister, *1664 in Konzen
45. Gertrud Lutterbach, *1671 in Konzen
46. Peter Lennartz, *1694 in Konzen
47. Johanna Gehlen, *1696 in Konzen

88. Hubert Müllenmeister, *~1619 in Konzen
89. Maria Huppertz
90. Arnold Lutterbach, *1641 in Konzen
91. Anna Offermann, *1639 in Konzen
92. Casparus Lennartz, *1653 in Konzen
93. Catharina Jung, *1664 in Konzen
94. Wilhelm Gehlen, *1655 in Konzen-Stillbusch
95. Katharina Huppertz, *1661 in Konzen

 

Johann war Landwirt und diente in einer Vielzahl von Ämtern der Allgemeinheit: Ortsbürgermeister, Standesbeamter, Schiedsmann, Kirchenvorstand, Mitglied des Baukomitees der Kirchengemeinde, Kreistagsabgeordneter, Schöffe am Gericht in Aachen, Vorstand der Landwirtschaftsschule imgenbroich, Vorstandsmitglied der Molkerei und der Viehverwertung, Mitglied der Landwirtschaftskammer Bonn.
Er betrieb Ahnen- und Heimatforschung und veröffentlichte eine Reihe von Beiträgen in "Der Eremit am hohen Venn". Johann Kaulard schrieb auch Gedichte und insbesondere Theaterstücke, in denen er Motive aus der Historie und der Legendenwelt verarbeitete. Die vielbeachteten Stücke wurden in Eicherscheid von Theaterfreunden aufgeführt. Überliefert sind Titel wie „Herzogin Maria von Jülich, die Burgfrau von Montjoie und der Bannmüller aus dem Belgenbach“, „Wies Glöcklein kam“, „Das Kreuz im Venn“ und „Der Mönch von Reichenstein“.

Leider ist m. W. ein vollständiger Text nur vom „Glöcklein“ erhalten.

Der Totenzettel (WGfF)

Seine erhaltenen poetischen Werke

Seine Beiträge in "Der Eremit am hohen Venn" (Digitalisate der Universitäts- und Stadtbibliothek Köln)

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Die Richtstätte im Amt Monschau „Am Gericht“

von Jürgen Heiler

An der Kreuzung der Straßen L106 und L246 liegt „Am Gericht“, Ortsteil von Eicherscheid in der Gemeinde Simmerath, Städteregion Aachen. Der Name rührt von der früheren Richtstätte des Amtes Monschau im Herzogtum Jülich her, die an der heutigen Hausnummer 5 gelegen war. Sie wurde auf Geheiß der französischen Militärverwaltung 1795 stillgelegt. Das Grundstück wurde schließlich 1828 privatisiert und von Baumeister und Steuereinnehmer Johann Hubert Schnitzler und seiner Frau Maria Elisabeth aus Eicherscheid übernommen.

Zuständiges Gericht für schwere Straftaten im Bereich des Amtes Monschau war das Kriminalgericht Jülich. Todesstrafen wurden überwiegend mit dem Strang oder dem Schwert vollzogen, vornehmlich nicht am Ort der Tat sondern in der Nähe des Wohnortes des Täters. Hinrichtungen waren wegen der neben der Vergeltung gewollten allgemeinen Abschreckung öffentlich.

Die Richtstätte „Am Gericht“ hatte aber früher noch mindestens einen anderen Standort. Die heutige Straße von Imgenbroich nach Simmerath wurde nämlich erst 1782 als Teil der neuen Provinzstraße von Monschau nach Düren angelegt, der ersten befestigten Straße im Monschauer Land.
Da die Öffentlichkeit hergestellt werden und die Richtstätte gut erreichbar sein sollte – bevorzugt wurden Wegkreuzungen -, hat man die Richtstätte erst nach Fertigstellung dieser Straße dort angelegt. Vorher lag sie am Weg nach Eicherscheid, der heutigen L106.

Im Lagerbuch von 1649, dem Verzeichnis der Besitzungen und damit verbundenen Einkünfte des Herzog von Jülich – zu jener Zeit Wolfgang Wilhelm von Pfalz-Neuburg –, ist das Wegenetz des Monschauer Landes detailliert aufgeführt. Dort findet man einen Weg/Kuhpfad aus Eicherscheid heraus mit dem Verlauf (an heutige Begrifflichkeiten angepasst, 1 rheinische Rute entsprach 3,80 m) „Auf dem Scheid vor Eicherscheid (Breite 2 Ruten), Holzbach, In der Hasenkaul (Breite 4 Ruten), Auf dem Büchel (Breite 3,5 Ruten), Herrengericht (Breite 6 Ruten), alte Heerstraße (Hauptstraße)“; dies entspricht dem Verlauf der heutigen Hauptstraße (L106). Parallel wird beschrieben, dass die alte Heerstraße, die von Konzen aus der Lenksiefgasse kam, ebenfalls am Herrengericht vorbeiführte.  Die Kreuzung dieser beiden Wege lag etwa 100 m entfernt von der heutigen Kreuzung Richtung Eicherscheid (heutige Lage der Bushaltestelle Richtung Eicherscheid). Auf der Tranchot-Karte, die zwischen 1801 und 1814 entstand, ist diese Wege-Konstellation noch zu erkennen.

Die Richtstätte lag mithin an oder in der Nähe dieser früheren Wegkreuzung.

Der auf Eicherscheid entfallende Teil der alten Heerstraße (Hauptstraße) wurde 1830 privatisiert. Danach werden die neuen Eigner wohl die Karrenspuren angefüllt und etwa vorhandene Pflastersteine entfernt haben, um die Flächen landwirtschaftlich zu nutzen.

Zu der Zeit, als  das wüstgefallene Dorf Fronrath an dieser Stelle noch existierte, wird die Richtstätte wohl an anderer Stelle gelegen haben.

Soweit die Aussetzung der Todesstrafe im Herzogtum im Jahre 1742 (Akten des Jülicher Kriminalgerichts für die Zeit nach 1744 liegen nicht vor) bis zur französischen Revolution Bestand hatte, ist am neueren Standort der Richtstätte wahrscheinlich kein Urteil mehr vollstreckt worden.

Verwendete Literatur:
Hans Steinröx: Am Gericht, in: Das Monschauer Land Jahrbuch 1981;
Beschreibung der Fahr- und Wegerechte in den Dörfern des Monschauer Landes, Anlage zum Lagerbuch von 1649, abgedruckt in: Die Weistümer des Amtes Monschau und der Herrschaft Hetzingen, bearbeitet von Elmar Neuss, Köln 2019;
Peter Robertz: Die Strafrechtspflege am Haupt- und Kriminalgericht zu Jülich von der Karolina bis zur Aufklärung (1540 – 1744), Unveränderter Nachdruck der Ausgabe von 1943, Jülich 1987;
Johann Kaulard: Der Lehnshof Eicherscheid, in: Der Eremit am hohen Venn, 15. Jahrgang 1940

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